Bonuszertifikate
Bonuszertifikate:
Bonuszertifikate verfügen über zwei Schwellen: Eine Kursschwelle und eine Bonusschwelle. Die Kursschwelle (oder Barriere) liegt bei Emission des Bonuszertifikats unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes (Aktie oder Index). Die Bonusschwelle hingegen liegt darüber. Der Abstand vom aktuellen Börsenkurs zur Kursschwelle (Barriere) und zur Bonusschwelle entscheidet über Chancen und Risiken des Bonuszertifikats. Je nach Anlegertyp weichen die Abstände zum Barriere-Level deutlich ab.
Nun gibt es zwei Szenarien:
1) Der Kurs des Basiswerts hat während der Laufzeit die Barriere nie berührt oder unterschritten.
2) Der Kurs des Basiswerts hat während der Laufzeit mindestens einmal die Barriere berührt oder unterschritten.
Im Fall 1 wird am Laufzeitende mindestens das Bonus-Level ausbezahlt. Der Clou dabei: Steigt der Basiswert über das Bonus-Level hinaus, partizipieren Sie als Anleger 1 zu 1 mit.
Im Fall 2 (Barriere wurde mindestens einmal berührt oder unterschritten) erhalten Sie entweder einen Barausgleich oder den Basiswert selber geliefert. Dies kann von Emittent zu Emittent abweichen und sollte im Vorhinein abgeklärt sein.
Wie Sie nun sehen können, bieten Bonuszertifikate gegenüber dem Basiswert deutliche Vorteile. Mit Bonuszertifikaten haben Sie die Chance auf eine attraktive Bonus-Rendite, wenn der Basiswert während der Laufzeit nie die Barriere berührt oder unterschreitet. Somit sind auch Renditen in Seitwärtsmärkten bzw. leicht fallenden Kursen des Basiswertes möglich. Je nach Marktlage sollte das Barriere-Level entsprechend weit oder nah gewählt werden.
Natürlich existieren bei Bonuszertifikaten nicht nur Vorteile, sondern auch ein Nachteil und zwar der, dass die Dividende, welche der Basiswert zahl (falls überhaupt eine gezahlt wird) einbehalten wird.
Neben diesen klassischen Bonuszertifikaten, existieren allerdings auch andere Arten, z.B. die Capped Bonuszertifikate, oder auch Bonus Step Up Zertifikat genannt:
Bei Capped Bonus-Zertifikaten handelt es sich um klassische Bonuszertifikate, welche mit einem Cap (Höchstkurs) versehen sind. In diesem Fall liegt der Höchstkurs in den meisten Fällen auf Höhe des Bonus-Levels. Es ist allerdings auch möglich, dass der Cap über dem Bonuskurs notiert.
Steigt der Basiswert (das Underlying) also über den Höchstkurs hinaus, partizipiert der Anleger nicht, wie bei dem klassischen Bonuszertifikat, mit.
Ich hoffe, dass Ihnen diese Einführung in die Welt der Bonuszertifikate geholfen hat.
Wer weitere Infos benötigt, z.B. über die Strukturierung von Bonuszertifikaten oder andere Arten von Bonuszertifikaten, kann dies unter http://www.bonuszertifikate-abc.de finden.
Lock-In Bonuszertifikate:
Bei Lock-In Bonuszertifikaten handelt es sich um eine Variante, bei der das Bonus-Level garantiert wird zum Laufzeitende, sobald das Bonus-Level einmal während der Laufzeit berührt oder überschritten wurde. Nach Erreichen des Bonus-Levels wechselt das Wertpapier also seinen Typ und ist nun als Garantiezertifikat anzusehen.
Reverse Bonuszertifikate:
Es existieren auch Reverse Bonus-Zertifikate, mit denen Sie auch von fallenden Kursen profitieren können:
Reverse Bonus Zertifikate funktionieren von der Grundstruktur her genau wie die klassischen Bonuszertifikate, welche Sie (wie erwähnt) bereits kennengelernt haben. Sie bieten eine Mindestrendite, wenn die bei Emission festgelegte Kursbarriere während der Laufzeit nicht berührt wurde und profitieren von Kursen jenseits des Bonus-Levels. Der große Unterschied ist jedoch, dass Reverse Bonus Zertifikate genau spiegelverkehrt zu den klassischen Bonus Zertifikaten funktionieren. Dies bedeutet im Klartext, dass Sie mit Reverse Bonus Zertifikaten auf fallende bzw. auf seitwärtstendierende Kurse oder moderat steigende Kurse spekulieren. Bei einem Reverse Bonus Zertifikat liegt die Barriere also oberhalb des akt. Kursniveaus des Basiswerts und das Bonus Level unterhalb des akt. Kursniveaus des Basiswerts (z.B. einer Aktie). Ausschlaggebend für den Auszahlungsbetrag ist der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende. Während der Laufzeit wird der Kurs des Zertifikats in den seltensten Fällen exakt der Wertentwicklung des Basiswerts entsprechen.