Contract for Difference - CFD

Viele Anleger eröffnen aktuell Depotkonten bei Anbietern von CFDs. CFD ist die Kurzform für Contract for Difference. Warum aber handeln mittlerweile viele ehemalige Hebelzertifikate Trader nun CFDs? Wir geben Ihnen hier nun eine Einführung in die Welt der CFDs, damit Sie verstehen, welche Vorteile, aber auch Nachteile das Traden von CFD Kontrakten mit sich bringt. Ein grundlegender Vorteil ist schonmal, dass CFD Indexkontrakte in der Regel ohne Transaktionskosten gehandelt werden können. Zumindest ist dies bei den in Deutschland am meist gehandelten Index CFD-Kontrakten der Fall - DAX, Dow Jones, Nasdaq100, S&P500!


CFD steht also für Contract for Difference, also zu deutsch Differenz- bzw. Kursdifferenzgeschäft. CFD Kontrakte gehören zu den derivaten Finanzinstrumenten. Ein CFD (Contract for Difference) ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, also zwischen einem Käufer und einem Verkäufer. Bei einem CFD handelt es sich um ein unverbrieftes Finanzinstrument. Dies zunächst zum Begriff des CFD-Kontraktes, damit Sie schonmal eine Grundahnung haben worum es bei CFDs geht. Wie werden CFD - Kontrakte nun gehandelt?
Sie können ein CFD über einen CFD-Broker oder eine Bank handeln. Dieser Broker oder die Bank ist in den meisten Fällen auch gleichzeitig der Emittent (also Herausgeber) des CFD Kontraktes. Genau wie bei Hebelzertifikaten, müssen Sie nicht den gesamten Wert des Basiswertes hinterlegt werden um 1 zu 1 an der Bewegung des Basiswertes teilzuhaben, sondern lediglich eine Sicherheitsleistung. Diese Sicherheitsleistung bei einem CFD wird auch Margin genannt. Durch diese Sicherheitszahlung entsteht, genau wie bei einem Hebelzertifikat, ein entsprechender Hebel.
Im Gegensatz zu Hebelzertifikaten können Sie CFDs nicht über die Börse handeln. Aber genau wie bei Derivaten ist die Entwicklung des CFD-Kontraktes nicht abhängig von der Angebots-Nachfrage-Situation, sondern nur von der Entwicklung des entsprechenden Basiswertes. Mit dem Kauf eines CFDs erhält der Käufer nicht das Recht den zugrunde liegenden Basiswert (z.B. Daimler) zu kaufen und hat ebenfalls (genau wie bei Hebelzertifikaten) keine Aktionärsrechte.


Ursprünglich waren CFDs für institutionelle Investoren und Hedge-Fonds entwickelt, sind aber seit dem Jahr 2005 in Deutschland für den privaten Kunden zugänglich.
Dies ist schon ziemlich spät, wenn man bedenkt, dass CFDs (Contracts for Difference) in Großbritannien schon Ende der 90er Jahre im Retailbereich angeboten wurden.

Um CFD-Kontrakte handeln zu können, müssen Sie (so die aktuelle Situation) die Software des jeweiligen Anbieters downloaden und verwenden. Dazu müssen Sie also ein neues Konto bei einem CFD-Anbieter eröffnen. Ein großer Anbieter von CFDs ist z.B. CMC Markets.

Welche Kosten fallen bei dem Kauf von CFD - Kontrakten an?

  1. Spread
  2. Finanzierungskosten
  3. Kommission

ad 1) Der Spread ist die Differenz zwischen am An- (Briefkurs) und dem Verkaufskurs (Geldkurs). Der Spread kann dabei von CFD - Anbieter zu CFD - Anbieter abweichen. Gegenüber Hebelzertifikaten weisen CFD (Contract for Difference) Kontrakte meist geringere Spreads auf.


ad 2) Basis für den Finanzierungskostensatz ist der Tagesgeldsatz. Dies ist in der Regel der EURIBOR, der LIBOR oder EONIA zuzüglich eines Aufschlags (Marge des Emittenten von CFDs), der von CFD Anbieter zu CFD Anbieter variieren kann. Der Finanzierungskosten variieren von Basiswert zu Basiswert.

ad 3) Unter der Kommission sind die Transaktionskosten zu verstehen. Wie oben bereits erwähnt, fällt eine Kommission meist nur bei Einzeltiteln, beim Eröffnen und Schließen einer CFD Position an. Die Kommission wird auf Basis des Anlagevolumens in ein CFD berechnet.
Welche Orderarten existieren bei Contracts for Difference (CFDs)?

  • Market Order = Order wird zum aktuellen Kurs gehandelt
  • Limit Order = Kurs wird vorgegeben, zu dem man minimal bereit ist zu verkaufen, bzw. maximal zu kaufen
  • Stopp Order = Order wird erst dann ausgeführt, wenn ein bestimmte, im vorhinein, festgelegter Preis erreicht wird
  • Garantierte Stopp Order = Siehe Stopp Order, aber zusätzlich fallen Kosten für die Garantie an. Die Kosten können je nach Gap-Risiko abweichen
  • If-Done-Order = eine zweite Order wird aktiv, nachdem die erste Order ausgeführt wurde
  • One-Cancels-Other-Order (OCO) = wird eine von zwei Orders ausgeführt, verfällt die andere sofort
  • Fill-Or-Kill Order (FOK) = Order wird nur ausgeführt, wenn die Order tatsächlich ausgeführt werden kann
  • Immediate-Or-Cancel-Order = Order wird soweit wie möglich ausgeführt, der Rest der Order wird gelöscht

Welche Vorteile bieten CFD-Kontrakte?

  • Möglichkeit der Spekulation mit hohem Hebel
    Spekulieren Sie mit CFDs und einem hohen Hebel auf steigende oder fallende Kurse in einem Basiswert
  • Hedginginstrument
    CFDs können zur Absicherung genutzt werden
  • Positionen können theoretisch unbegrenzt offen gehalten werden
    CFDs sind keine Termingeschäfte, daher diese Möglichkeit des unbegrenzten “Haltens”
  • Schnelle und einfache Ausführung
    Market Orders werden sofort ausgeführt
  • Hohe Transparenz bei der Preisbildung
    Im Gegensatz zu z.B. Optionsscheinen ist die Preisbildung bei einem CFD sehr transparent
  • Geringerer Kapitalbedarf
    Sie brauchen nicht die Gesamtsumme der Position zu investieren, sondern nur eine Sicherheitsleistung (Margin)
  • Große Auswahl an Basiswerten
    Die meisten CFD Broker bieten eine sehr breite Auswahl an Basiswerten
  • Garantierte Stopp-Los-Order
    Kostenpflichtig können garantierte Stopp-Loss-Orders in den Markt gelegt werden. So können Sie sich gegen Kurslücken schützen, wenn Sie eine Position z.B. über Nacht halten.

Welche Risiken weisen CFD-Kontrakte auf?

  • Mit hohem Risiko behaftetes Investment
    Durch die Chancen des Hebels entsteht aber im Gegenzug auch ein entsprechendes Risiko
  • OTC-Geschäft
    Bei CFD Geschäften handelt es sich um außerbörsliche Geschäfte
  • Abhängigkeit von den Kursen und Spreads des CFD-Anbieters (Market Maker)
    Da der CFD Anbieter als Market Maker auftritt kann er die Spreads und Kurse theoretisch beliebig anpassen
  • Finanzierungskosten für Long-Positionen
    Finanzierungskosten sind für Long-Positonen meist etwas höher, sodass es keinen Sinn macht die CFD Position über mehrere Monate zu halten und liegen zu lassen
  • keine Aktionärsrechte
    keine Mitbestimmung auf Hauptversammlungen
  • Risiko der Nachschusspflicht
    wird die eingezahlte Margin aufgebraucht, wird auch das Gesamtkapital im Depot angegriffen