Mini Futures

Nun erhalten Sie eine Einführung in die Welt der Open End Turbo Optionsscheine (Open End Turbo Long und Open End Turbo Short). Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass für diese Art des Hebelproduktes einige Namensvariationen im Markt vorherrschen. So werden diese Turbo Optionsscheine (Hebelzertifikate) mit unbegrenzter Laufzeit, einer Stopp Loss Schwelle und einem Basiskurs von einigen Emittenten Open End Turbo Optionsscheine, von anderen Wave XXL, Unlimited Turbo oder auch Stop Loss Turbos genannt. Der beliebteste Name für dieses Hebelprodukt scheint allerdings Mini zu sein. Dabei unterscheidet man ebenfalls zwischen einem Mini Long (hierbei spekulieren Sie auf steigende Kurse des zugrunde liegenden Basiswerts) und einem Mini Short (hierbei spekulieren Sie auf fallende Kurse des zugrunde liegenden Basiswerts). Da alleine bei einer Produktgattung solch eine Namensvielfalt vorherrscht, ist es (gerade den Privatanlegern) nur zu wünschen, dass hier bald eine einheitliche Namensbezeichnung im Markt etabliert wird, da die Verwirrung sonst perfekt ist.


In den letzten Artikeln hier auf Tradederwoche.de haben wir immer von Open End Turbo Optionsscheinen gesprochen. In diesem Artikel, wo wir Ihnen dieses Hebelprodukt allerdings näherbringen möchten, verwenden wir nun den Namen Mini Long und Mini Short, damit Sie sich auch an dieses Begriffspaar gewöhnen.

Wie funktionieren jetzt genau die Mini Longs und Mini Shorts?
Mit einem Mini Long bzw. Mini Short besitzen Sie ein Hebelprodukt, das die Kursbewegungen des Basiswertes nahezu 1:1 nachbildet.

Diese Art von Hebelprodukten, besitzen eine vorgelagerte (vor dem Basiskurs) Stop Loss Schwelle, bei deren Erreichen oder Unterschreiten (im Fall eines Mini Longs) bzw. Überschreiten (im Fall eines Mini Shorts) die Produkte fällig gestellt werden. Die Finanzierungskosten werden täglich im Basiskurs berücksichtigt und da der Abstand zwischen Basiskurs und Stop Loss Schwelle immer konstant bleibt, orientiert sich auch die tägliche Festsetzung der Stop Loss Schwelle an diesen Finanzierungskosten. Die Finanzierungskosten müssen dabei täglich angepasst werden, da es sich bei Mini Long und Mini Short Produkten, um Turbos mit unbegrenzter Laufzeit (Open End) handelt und die Finanzierungskosten nicht im Vorhinein eingepreist werden können, da die Laufzeit ungewiss ist. Bei den klassischen Turbo Optionsscheinen (Hebelprodukte mit bregrenzter Laufzeit) ist dies anders, da die Laufzeit vom Emissionstag an bekannt ist und somit die Finanzierungskosten planbar sind!

Bei einem Mini Long, wie auch dem Mini Short (wie erwähnt auch Open End Turbos genannt) ist die Preisbildung besonders einfach und transparent, was besonders bei dem Setzen eines Stop Loss hilft.
Der aktuelle Preis eines Mini ergibt sich immer aus der Differenz des aktuellen Kurses des zugrunde liegenden Basiswerts und dem Basispreis des Mini Long bzw. Mini Short, gewichtet mit dem Bezugsverhältnis. Weitere Preisbestandteile existieren nicht.
Sie dürften also keine Probleme haben, den Preis eines Mini jederzeit nachvollziehen zu können.
Beispielsweise kostet ein Mini Long (Spekulation auf steigende Kurse) auf den DAX, mit Basispreis 7.000 Punkten, einem DAX Stand von 8.000 Punkten und einem Bezugsverhältnis von 0,01 –> 10 Euro:
[DAX Stand (8.000 Punkte) - Basispreis (7.000 Punkte)] * Bezugsverhältnis (0,01) = 10 Euro


Steigt der DAX dann im Laufe der Zeit auf 8.800 Punkte, besitzt der Mini Long einen Wert von 18 Euro. Das Hebelzertifikat steigt also um 80%, während der DAX (Basiswert) nur 10% steigt. Hier sehen Sie auch direkt den Hebel von 8. Der Hebel drückt aus, um wieviel der Mini (Open End Turbo) steigt, wenn der Basiswert um 1% steigt (im Falle von Mini Longs) bzw. wenn der Basiswert um 1% fällt (im Falle von Mini Shorts).

Die Berechnung für Mini Shorts (Open End Turbo Short) ist analog zur der Berechnung für Mini Longs (Open End Turbo Long), nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Der Hebel berechnet sich wie folgt:
Kurs des Basiswertes / (Kaufpreis Mini * Bezugsverhältnis)
Jeder Mini besitzt eine Stop Loss-Schwelle. Diese liegt beim Mini Long wenige Prozentpunkte über dem Basispreis und beim Mini Short entsprechend wenige Prozentpunkte unterhalb des Basispreises.
Wenn der Basiswert in die für den jeweiligen Mini (Open End Turbo) ”falsche” Richtung läuft und schließlich die Stop Loss-Schwelle erreicht, wird das Papier sofort fällig gestellt. Der Emittent verkauft also seine Hedge-Position. Dabei gilt bei den meisten Emittenten eine Frist von 3 Stunden. Durch das Stop Loss Level soll dabei wenigstens noch ein Restwert gesichert werden. Wir allerdings ein großes Gap gerissen (z.B. über Nacht) kann es auch zu einem Totalverlust kommen, wenn die Händler des Emittenten ihre Hedge-Position erst unterhalb des Basispreises (Mini Long) bzw. oberhalb des Basispreises (Mini Short) verkaufen können. Mehr als den Einsatz können Sie als Anleger allerdings bei diesen Hebelprodukten nicht verlieren.



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