Optionsscheine

WIE FUNKTIONIEREN OPTIONSSCHEINE?
Diese Frage stellen sich viele Anfänger im Bereich der Börse, aber auch alte Hasen im Aktienhandel müssen sich im Bereich Optionsscheine von neuem orientieren und lernen.
Wer sich das erste Mal mit Optionsscheinen beschäftigt, wird anfangs seine Probleme mit den ganzen Begrifflichkeiten und den verschiedenen “Griechen” haben. Wir werden versuchen Sie hier auf Tradederwoche.de Schritt für Schritt an das Thema Optionsscheine heranzuführen und hoffen, dass Sie so zu einem erfolgreichen Optionsschein-Trader werden. Wir teilen diese Optionsschein - Schule in mehrere Kapitel auf. Wenn Sie neu auf dem Gebiet der Optionsscheine sind, sollten Sie sich nach jedem Kapitel nochmal genau überlegen, ob Sie dieses verstanden haben und erst dann zum nächsten Kapitel übergehen, da diese aufeinander aufbauen werden und es immens wichtig ist, dass Sie das vorhergehende Kapitel dieser Optionsscheinschule verstanden haben. Sollte dies nicht der Fall sein (Sie haben also ein Kapitel der Optionsscheinschule nicht komplett verstanden!) dann wiederholen Sie dieses, bis es Ihnen klar wird. Sollte es Ihnen auch nach mehrmaligen Durcharbeiten eines Kapitels weiterhin Schwierigkeiten bereiten, dann schreiben Sie doch einfach eine E-Mail an service@tradederwoche.de und wir werden versuchen alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Es ist immens wichtig, dass Sie die Welt der Optionsscheine grundlegend verstehen. Sie werden später im Trading von Optionsscheinen noch ganz andere Probleme haben (z.B. die Psyche), so dass zumindest die Grundkenntnisse und Verständnis der Optionsscheine bei Ihnen vorherrscht.
Wenn Sie später mit Optionsscheinen handeln, werden Sie sich an das ein oder andere Kapitel zurückerinnern und dann auch verstehen, warum sich der Preis des Optionsscheins entsprechend verhalten hat.
Auf TradeDerWoche bieten wir ein von uns verwaltetes Optionsschein Depot an, welches Sie sich anschauen können. Die aktuellen Optionsschein Trades finden Sie immer auf der Startseite und das Optionsschein Depot im Überblick finden Sie hier…

Fangen wir also an…

Kapitel 1: Einführung in die Welt der Optionsscheine (”Warrants”)

Bei Optionsscheinen unterscheidet man zunächst zwischen “Call” Optionsscheinen und“Put” Optionsscheinen. Mit einem Optionsschein erwerben Sie das Recht eine “Ware” (Aktie, Währung o.ä.) bis zu oder an einem späteren Zeitpunkt kaufen bzw. verkaufen zu dürfen. Dabei liegt die Betonung auf “dürfen”. Sie müssen dieses Recht, welches Sie mit einem Optionsschein erwerben nicht ausüben. Sie werden später verstehen, wann es Sinn macht einen Optionsschein auszuüben und wann es keinen Sinn macht. Mit einem Call Optionsschein erwerben Sie das Recht zu einem vorher festgelegten Preis eine Aktie oder ähnliches zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen. Mit einem Put Optionsschein erwerben Sie genau das gegenteilige Recht. In diesem Falle können Sie die “Ware” zu einem vorher festgelegten Kurs verkaufen.
Warum macht es also Sinn ein Recht auf einen Kauf oder einen Verkauf zu sichern?
Es macht Sinn, denn Sie wissen schon zum Kaufzeitpunkt eines Optionsscheines zu welchem Kurs Sie später die Aktie kaufen (im Falle eines Call Optionsscheines) oder verkaufen (im Falle eines Put Optionsscheines) können.
Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie rechnen heute mit einem Kursanstieg der Mustermann-Aktie und kaufen aufgrund dieser Markteinschätzung einen Call Optionsschein auf diesen Basiswert. Die Aktie notiert aktuell bei 100 Euro und hat eine Laufzeit von einem Jahr. Sie besitzen einen Call Optionsschein auf die Mustermann-Aktie mit einem Basispreis bei 100 Euro. Wieviel dieser Call Optionsschein kostet, spielt hier zunächst keine Rolle. nun steigt die Aktie der Mustermann-Aktie aufgrund von Übernahmespekulationen bis zum Laufzeitende um 100% auf 200 Euro an. Nun haben Sie mit einem Call Optionsschein die Möglichkeit die Aktie der Mustermann AG trotzdem noch zu 100 Euro zu beziehen, da Sie sich ja das Kauf Bezugsrecht mit einem Basispreis von 100 Euro gesichert haben. Nicht schlecht oder?
Wie schon oben erwähnt, handelt es sich bei Optionsscheinen nur um ein Kaufrecht, nicht aber um eine Kaufpflicht. D.h. fällt die Aktie unerwartet auf 50 Euro aufgrund schlechter Zahlen, so müssen Sie die Aktie dann am Laufzeitende nicht zu 100 Euro kaufen, sondern lassen das Bezugsrecht einfach verfallen. In diesem Falle ist Ihr Call Optionsschein Null Euro wert und Sie verlieren dann das eingesetzte Kapital.
Also: Liegt der Basiswert am Laufzeitende oberhalb des Basispreises (im Fall Call Optionsschein) bzw. unterhalb des Basispreises (im Fall Put Optionsschein), dann erhalten Sie die Differenz zwischen dem Abrechnungspreis des Basiswertes am Laufzeitende minus dem Basispreis (im Fall Call Optionsschein) bzw. die Differenz zwischen dem Basispreis und dem Abrechnungspreis des Basiswertes am Laufzeitende (im Fall Put Optionsschein). Die jeweilige Differenz muss dann noch um das Bezugsverhältnis bereinigt werden. Mehr zu der Berechnung später im Optionsschein Lehrgang.

Ihre Intention ist also jetzt schon bekannt. Wenn Sie von steigenden Kursen des Basiswertes in der Zukunft ausgehen, dann kaufen Sie einen Call Optionsschein. Wenn Sie hingegen mit fallenden Kursen im Basiswert in der Zukunft rechnen, dann entscheiden Sie sich natürlich nicht für einen Call, sondern für einen Put Optionsschein.
Wird das Recht bis zum Bewertungstag (Laufzeitende) von Ihnen nicht wahrgenommen und es besteht kein innerer Wert des Optionsscheins, dann verfällt dieser wertlos und Sie brauchen das Recht, wie schon erwähnt, nicht wahrzunehmen.
Nun werden Sie sich sicherlich fragen, warum Sie heute für etwas zahlen sollen, um später eine Aktie kaufen oder verkaufen zu können, obwohl Sie dies ja auch gleich jetzt an der Börse machen können.
Diese Frage ist natürlich berechtigt und wir werden Ihnen nun zeigen, warum es doch einen Sinn haben kann:

Anleger, die also steigende Kurse erwarten und davon profitieren möchten, kaufen Call Optionsscheine. Setzen die Anleger hingegen auf fallende Kurse in der Zukunft, so kaufen Sie einen Put Optionsschein.
Mit Call Optionsscheinen und Put Optionsscheinen können Sie mit der richtigen Erwartung überproportional von Kursbewegungen profitieren. Natürlich sind, wie oben bereits erwähnt, die Risiken nicht zu verachten.

Wie viel ist ein Call Optionsschein am Ende der Laufzeit wert?
Stellen Sie sich vor Sie kaufen eine Aktie auf einen Basiswert, welcher bei 100 Euro notiert. Der Basiswert des von Ihnen ausgewählten Call Optionsscheins liegt ebenfalls bei 100 Euro. Am Ende der Laufzeit schauen Sie erneut auf das Underlying (den Basiswert) und stellen erfreut fest, dass sich dieser verdoppelt hat, also bei 200 Euro notiert. Mit dem erworbenen Call Optionsschein haben Sie also nun die Möglichkeit bei einem Stand von 200 Euro, die Aktie noch zu 100 Euro zu beziehen. Der “Innere Wert” des Call Optionsscheines beträgt also 100 Euro (Aktie am Laufzeitende - Basispreis). Angenommen ist hier ein Bezugsverhältnis von 1.
Wie verändert sich nun der Innere Wert zum Laufzeitende, wenn die Aktie bspw. bei 250 Euro notiert?
Notiert die Aktie am Laufzeitende bei 250 Euro, so ist der “Innere Wert” des Call Optionsscheines 150 Euro (bei einem Bezugsverhältnis von 1).
Wie hoch ist der Innere Wert des Call Optionsscheins am Laufzeitende wenn die Aktie auf oder unterhalb des Basispreises von 100 Euro notiert?
In diesem Falle macht es für Sie als Anleger keinen Sinn diesen Optionsschein auszuüben, da Sie die Aktie dann günstiger am Markt direkt erwerben können und Sie Ihr Recht, die Aktie zu einem höheren Kurs zu erbwerben, nicht nutzen. Ihr Call Optionsschein weist also einen “Inneren Wert” von Null Euro aus. Ihr Optionsschein wird wertlos aus Ihrem Depot ausgebucht. Bei Call und Put Optionsscheinen können Sie nicht mehr verlieren als Sie anfangs eingesetzt wird. Sie müssen keine Nachschusspflicht erfüllen.

Da Sie ja mit einem Call Optionsschein das Recht auf einen Kauf zu einem vorher bestimmten Preis (Basispreis) besitzen, notiert ein Call Optionsschein während der Laufzeit nicht auf Höhe des “Inneren Wertes”, sondern darüber. Es kommt ein zweiter wichtiger Faktor hinzu: Der Zeitwert. Der Zeitwert ist umso höher, je länger die Restlaufzeit des Optionsscheines ist. Sie werden später genau sehen wie sich der Zeitwert während der Laufzeit verändert. Da der Optionsschein am Ende der Laufzeit auf dem Inneren Wert notiert (mindestens jedoch 0 Euro) ist der “Zeitwert” also am Laufzeitende gleich Null.

Nun einige wichtige Begriffe im Zusammenhang mit CALL Optionsscheinen:

  • Notiert der Basiswert weit oberhalb des Basispreises des Call Optionsscheines, so nennt man dies auch “IN THE MONEY” oder “IM GELD”. Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 Euro und der Basispreis des Call Optionsscheines ist 50 Euro. In diesem Falle spricht man auch von einem “IM GELD” notierenden Call Optionsscheins.
  • Notiert der Basiswert in Höhe des Basispreises des Call Optionsscheines, so nennt man dies auch “AT THE MONEY” oder “AM GELD”. Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 Euro und der Basispreis des Call Optionsscheines ist ebenfalls 100 Euro. In diesem Falle spricht man auch von einem “AM GELD” notierenden Call Optionsscheins.
  • Notiert der Basiswert weit unterhalb des Basispreises des Call Optionsscheines, so nennt man dies auch “OUT OF THE MONEY” oder “AUS DEM GELD”. Beispielt. Eine Aktie notiert bei 100 Euro und der Basispreis des Call Optionsscheines ist 150 Euro. In diesem Falle spricht man auch von einem “AUS DEM GELD” notierenden Call Optionsscheins.

 Wie viel ist ein Put Optionsschein am Ende der Laufzeit wert?
Stellen Sie sich vor Sie kaufen eine Aktie auf einen Basiswert, welcher bei 100 Euro notiert. Der Basiswert des von Ihnen ausgewählten Put Optionsscheins liegt ebenfalls bei 100 Euro. Am Ende der Laufzeit schauen Sie erneut auf das Underlying (den Basiswert) und stellen erfreut fest, dass sich dieser halbiert hat, also bei 50 Euro notiert. Mit dem erworbenen Put Optionsschein haben Sie also nun die Möglichkeit bei einem Stand von 50 Euro, die Aktie noch zu 100 Euro zu verkaufen. Der “Innere Wert” des Call Optionsscheines beträgt also 50 Euro (Basispreis - Aktie am Laufzeitende). Angenommen ist hier ein Bezugsverhältnis von 1.
Wie verändert sich nun der Innere Wert zum Laufzeitende, wenn die Aktie bspw. bei 25 Euro notiert?
Notiert die Aktie am Laufzeitende bei 25 Euro, so ist der “Innere Wert” des Put Optionsscheines 75 Euro (bei einem Bezugsverhältnis von 1).
Wie hoch ist der Innere Wert des Put Optionsscheins am Laufzeitende wenn die Aktie auf oder oberhalb des Basispreises von 100 Euro notiert?
In diesem Falle macht es für Sie als Anleger keinen Sinn diesen Optionsschein auszuüben, da Sie die Aktie dann teurer am Markt direkt verkaufen können und Sie Ihr Recht, die Aktie zu einem niedrigeren Kurs zu verkaufen, nicht nutzen. Ihr Put Optionsschein weist also einen “Inneren Wert” von Null Euro aus. Ihr Optionsschein wird wertlos aus Ihrem Depot ausgebucht.

Da Sie ja mit einem Put Optionsschein das Recht auf einen Verkauf zu einem vorher bestimmten Preis (Basispreis) besitzen, notiert ein Put Optionsschein während der Laufzeit nicht auf Höhe des “Inneren Wertes”, sondern i.d.R. darüber. Es kommt ein zweiter wichtiger Faktor hinzu: Der Zeitwert. Der Zeitwert ist umso höher, je länger die Restlaufzeit des Optionsscheines ist. Sie werden später genau sehen wie sich der Zeitwert während der Laufzeit verändert. Da der Optionsschein am Ende der Laufzeit auf dem Inneren Wert notiert (mindestens jedoch 0 Euro) ist der “Zeitwert” also am Laufzeitende gleich Null. Der Kurs eines Put Optionsscheines weist IN DER REGEL einen höheren Wert als seinen “Inneren Wert” auf, jedoch kann es dort auch Ausnahmen geben, wie wir später in dieser Optionsscheinschule zeigen werden. 

Nun einige wichtige Begriffe im Zusammenhang mit PUT Optionsscheinen:

  • Notiert der Basiswert weit unterhalb des Basispreises des Call Optionsscheines, so nennt man dies auch “IN THE MONEY” oder “IM GELD”. Beispiel: Eine Aktie notiert bei 50 Euro und der Basispreis des Put Optionsscheines ist 100 Euro. In diesem Falle spricht man auch von einem “IM GELD” notierenden Put Optionsschein.
  • Notiert der Basiswert in Höhe des Basispreises des Put Optionsscheines, so nennt man dies auch “AT THE MONEY” oder “AM GELD”. Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 Euro und der Basispreis des Put Optionsscheines ist ebenfalls 100 Euro. In diesem Falle spricht man auch von einem “AM GELD” notierenden Call Optionsschein.
  • Notiert der Basiswert weit oberhalb des Basispreises des Put Optionsscheines, so nennt man dies auch “OUT OF THE MONEY” oder “AUS DEM GELD”. Beispielt. Eine Aktie notiert bei 100 Euro und der Basispreis des Put Optionsscheines ist 50 Euro. In diesem Falle spricht man auch von einem “AUS DEM GELD” notierenden Put Optionsschein.

folgt in Kürze… Besuchen Sie uns bald wieder…